Wer Spielt Lotto

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Zotto - Der Klima-Messturm in Sibirien 2. Bekannt oder fremd? Wie der Mensch Gesichter erkennt Evolution des Lernens Kohle aus Biomasse Im Forschungsprojekt des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung wurden zur Beantwortung dieser Frage vier Erklärungsansätze auf der Basis von Daten aus einer repräsentativen Telefonbefragung getestet.

Ausgangspunkt des ersten Ansatzes ist die Überlegung, dass die Nachfrage nach Lotterielosen eine ökonomisch irrationale Handlung darstellt, da sie ökonomischer Nutzenmaximierung widerspricht.

Die Renditeerwartung eines Lotterieloses lässt sich exakt bestimmen. Sie entspricht nur etwa der Hälfte des erbrachten Spieleinsatzes.

Akteure verfügen im Prinzip über vollständige Informationen zur Berechnung dieses Wertes. Beteiligen sich Akteure dennoch an der Lotterie, so muss der Kauf eines Loses letztlich auf einer falschen, irrationalen Einschätzung der tatsächlichen Gewinnerwartung beruhen.

Aus der Kognitionspsychologie ist bekannt, dass Akteure nur begrenzt rational kalkulieren können. Menschen sind beispielsweise nicht in der Lage, bestimmte Wahrscheinlichkeiten adäquat zu beurteilen.

Sie neigen stattdessen dazu, seltene Ereignisse in ihrer Wahrscheinlichkeit zu überschätzen, häufig auftretende Ereignisse dagegen zu unterschätzen.

Ein Beispiel dafür ist die medienerzeugte Aufmerksamkeit für Lotteriegewinner durch die punktuell intensive Berichterstattung über deren Erfahrungen.

Den allwöchentlichen, millionenfachen Nichtgewinnern wird hingegen keine Aufmerksamkeit geschenkt. Die verstärkte Wahrnehmung von Geschichten über Lotteriegewinner führt demnach zu einen verzerrten Wahrnehmung der tatsächlichen Gewinnwahrscheinlichkeit beim Lotto.

Die aus der Befragung erlangten Daten bestätigen diese Theorie. Jedoch lassen sich nur bei acht Prozent der Lotteriespieler überschätzte Gewinnerwartungen feststellen.

Die überwiegende Mehrheit der Spieler ist sich der extremen Unwahrscheinlichkeit des Lotteriegewinns bewusst.

Die Theorie erklärt also lediglich einen kleinen Teil der Spielbeteiligung. Der zweite Ansatz versucht die Nachfrage im Lotteriemarkt als wirtschaftlich zweckrationales Handeln zu verstehen.

Konsumenten, so die Annahme, haben zunächst Bedürfnisse nach Gütern des Grundbedarfs wie Essen, Kleidung, Unterkunft und einigen weiteren Konsumartikeln.

Wenn diese Bedürfnisse befriedigt sind, ist der Nutzen weiterer Güter der gleichen Art niedrig. Noch ein Hemd oder ein weiterer Kinobesuch steigern das Nutzenniveau nicht mehr.

Sehr wohl würde das Nutzenniveau jedoch durch Güter gesteigert, deren Kosten weit jenseits des verfügbaren Einkommens liegen und die eine grundlegende Veränderung des materiellen Status bedeuten würden.

Zum Beispiel wird der Nutzen aus einem eigenen Haus auch nicht teilweise erreicht, wenn nur "etwas" Geld für den Erwerb vorhanden ist. Die einzige legale Möglichkeit, solche unteilbaren Güter zu erlangen, deren Kosten jenseits eigener Verdienstmöglichkeiten oder zu erwartender Mittel aus Schenkungen oder Erbschaften liegen, besteht in einem Lotteriegewinn.

Da die Ausgaben für das Lotterielos nur marginale Teile des Haushaltsbudgets betreffen und deren Verausgabung für gewöhnliche Konsumgüter keinen weiteren Nutzen bringt, sind Akteure bereit, für die minimale Chance auf einen maximalen Gewinn die unfairen Bedingungen des Spiels in Kauf zu nehmen.

Unter diesen Annahmen verletzt der Kauf von Lotterielosen nicht die Maximierungsannahme der ökonomischen Theorie: Es bestehen keine oder nur sehr geringe Opportunitätskosten bei den Käufern der Lose, sofern nur marginale Teile des Haushaltseinkommens dafür ausgegeben werden.

Betrachtet man die empirische Verteilung der monatlichen Ausgaben für Lotterielose als Anteil am verfügbaren Nettoeinkommen, so zeigt sich, dass zwar etwa 60 Prozent der Spieler nur einen unbedeutenden Anteil ihres Einkommens, der bei unter einem Prozent liegt, für Lotterielose ausgeben.

Doch betrachten nur 29 Prozent der Spieler dieses Geld als triviales "Spielgeld" und nur 9 Prozent als "gut angelegtes" Geld. Für die Mehrzahl der Spieler müssen offenbar andere Beweggründe als der reine Investivcharakter des Spiels ausschlaggebend sein.

Der dritte Ansatz erklärt die Nachfrage aus dem subjektiv erlebten Missverhältnis von erstrebtem und tatsächlichem Status. Funktionalistischen Theorien zufolge dient die Glücksspielteilnahme der Kanalisation von Spannungszuständen, die das Individuum in der modernen, kapitalistischen Gesellschaft erfährt.

So zeichnen sich kapitalistische Gesellschaften einerseits durch disziplinierende Anforderungen wie kontrollierte Ordnung, Routinen und Berechenbarkeit aus, andererseits fordern sie Individuen auf, Risiken einzugehen und unternehmerisch zu handeln.

Zudem besteht ein Spannungsverhältnis zwischen einer gesellschaftlich geforderten Wertorientierung - erfolgreich zu sein - und einer zwischen den Gesellschaftsmitgliedern ungleich verteilten Verfügbarkeit der Mittel zur Erlangung dieses Erfolgs.

Das Lotteriespiel stellt nun eine gesellschaftlich akzeptierte Möglichkeit der Entladung solch strukturell induzierter Spannungen dar. Indem das Glücksspiel die Hoffnung bereithält, den auferlegten materiellen und sozialen Statusschranken zu entkommen, dient es der Kompensation des Gefühls, vom Erfolg abgehängt und vom angestrebten Wohlstand entkoppelt zu sein.

Die empirische Prüfung im Rahmen des Forschungsprojekts zeigt, dass die Theorie des Lottospiels als Spannungsmanagement zwar nicht die Teilnahmehäufigkeit, wohl aber die Höhe der Spieleinsätze vorhersagt.

So etwa steigt die Wahrscheinlichkeit hoher monatlicher Ausgaben für Lotterielose als Anteil am Einkommen einerseits mit sinkendem Einkommen, geringer formaler Bildung und niedrigem Berufsprestige, und andererseits mit dem Grad subjektiv erlebter Eintönigkeit im Berufs- und Alltagsleben, Gefühlen des Benachteiligtseins oder dem Wunsch nach Verbesserung der materiellen Lebenssituation.

Doch auch hier gilt, dass die Theorie nur das Verhalten eines Teils der Spieler erklärt. Denn viele Spieler empfinden die Spannungszustände nicht, die Grundlage der Theorie sind.

Umgekehrt beteiligen sich nicht alle Menschen, die Spannungszustände erleben, an der Lotterie - eine Kanalisation ist auch durch andere Aktivitäten wie Risikosport oder Videospiele denkbar.

Eine vierte Erklärung des Nachfrageverhaltens führt die Spielmotivation auf den Einfluss sozialer Netzwerkstrukturen zurück und verweist damit auf die Bedeutung sozialstruktureller Einbettung für das Zustandekommen von Märkten.

Das Spielen in Gemeinschaft mit anderen motiviert möglicherweise zur eigenen Spielbeteiligung. Der Wert des Lotterieloses liegt für diese Spieler nicht primär in der Gewinnerwartung, sondern in den sozialen Sekundäreffekten, die sich aus der Mitgliedschaft in der Gruppe ergeben.

Das Gemeinschaftsspiel ist eine Gruppenaktivität und stabilisiert soziale Kontakte. Es eröffnet den Gruppenmitgliedern Geselligkeit und geteilte emotionale Erlebnisse.

Über diese Effekte werden dann auch solche Personen zur Spielteilnahme ermutigt, die sich allein nicht am Spiel beteiligen würden.

So etwa folgt die Spielbeteiligung des Managers in der betrieblichen Tippgemeinschaft nicht aus der Erwartung eines Gewinnes, sondern aus den und sozialintegrativen Folgewirkungen, die das Gemeinschaftsspiel auf das Betriebsklima ausübt.

Diese Theorie findet in zweierlei Hinsicht Bekräftigung.

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Anatomie der Emotionen Hier waren die Gewinnzahlen schön symmetrisch in der Mitte des Kastens aufgereiht: 24, 25, 26, 30, 31, Ist es nicht frustrierend, wenn der Traum nie Wirklichkeit wird? Übersicht Filme. Da muss man genauer hinschauen. Die Spieler sind Leute, die sich ungerecht behandelt fühlen? Mit der richtigen Strategie holt man sogar mehr Wpn, als man einzahlt. Anders als Roulette oder die bekannten Klassenlotterien ist Online Casi kein reines Glücksspiel. Sport live.

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